Vampirwaschbaers Wahnsinn

Novemberkalender Türchen 10 – J. K. Bloom + Gewinnspiel

Heute ist schon das 10. Türchen aufgegangen. Dahinter hat J. K. Bloom euch eine kleine Kurzgeschichte hinterlassen. Ich schreib auch gar nicht so viel, sondern lass euch gleich abtauchen 🙂

J. K. Bloom mit ihrem neustem Buch “Wächter der Runen”

Kleine Neben-Story zu „Faith – Erwacht“ (Band 2)

Auszug aus Band 2: || »Als ich am Abend am Feuer außerhalb der Ruinen saß und mich mit Lola unterhielt, rieselten dicke Schneeflocken auf uns hinab ― mitten im August. Der Anblick faszinierte mich so sehr, dass ich mich erhob und in den Himmel hinaufschaute. »Wie ist das nur möglich?«

Mary gesellte sich zu mir und blickte ebenfalls hinauf. Ihre grauen Haare schimmerten dabei wie flüssiges Silber. »Das ist die Kraft der fremden Pflanzen. Ihre Kälte reicht bis in den Himmel, in dem der Regen zu Eis gefriert und als Flocken auf die Erde hinab gleitet. Ein solches Phänomen braucht mehrere Tage Anlauf. Wenn das Frostgewächs seine Kraft wieder verliert, schmilzt der Schnee und es wird wärmer.«||

Der Schnee rief Erinnerungen in mir wach. Auch in Edinburgh gab es vor vielen Jahren einen harten Winter. Ich wusste noch, dass Toni gerade erst zehn Jahre geworden war und wir zusammen an Weihnachten am Kamin saßen, um uns zu wärmen.

Dad schlang eine Decke um meinen Körper und rubbelte an meinen Armen, da ich am ganzen Leib zitterte. »Diese alten Heizungen sind doch zu nichts mehr zu gebrauchen«, fluchte Mom und lehnte sich an Dads Schulter.

»Momy, wie lange dauert nochmal die Heilige Nacht?«, fragte Toni mit ihrer zuckersüßen Stimme.

»Bis zum nächsten Morgen«, antwortete sie und strich Toni eine Strähne aus dem Gesicht.

Sie zog die Mundwinkel nach unten. »Ich glaube bis dahin bin ich erfroren.«

»Dieser Winter ist besonders kalt«, seufzte Dad, schälte sich aus der Decke und zog sich seine dicke Jacke und einen Schal über. »Ich gehe mal noch Holz holen.«

Mom nickte und zog mich an sich, als zwischen uns eine Lücke entstand, die mich frieren ließ. Toni wirkte gelangweilt. »Erzählst du uns was?«

Mom wirkte überrascht. »Was denn?«

»Etwas Schönes«, meinte sie und vergrub ihren Kopf an ihrer Schulter.

»Ja, erzähl etwas über Weihnachten«, sagte ich und mummelte mich in die Decke ein.

»Also schön, ich bin keine besondere Geschichtenerzählerin, aber ich gebe mein Bestes.« Mom holte tief Luft und räusperte sich anschließend. »Früher, wenn die Weihnachtszeit begann, brachten die Leute an Geschäften und Straßen viele funkelnde Lichter an. Es wurde gesungen, manchmal vielleicht sogar getanzt, aber ganz besonders wurde viel eingekauft. Überall gab es einen riesigen Ansturm, die Geschäfte waren überfüllt.«

Tonis Mund öffnete sich vor Erstaunen. »Hatten sie denn zu viel Geld? Oder weshalb haben sie so viel eingekauft?«

Mom zuckte mit den Schultern. »Ich denke, dass war einfach Tradition bei ihnen. Genauso wie bei uns der Brauch ist, dass wir in der Heiligen Nacht alle zusammensitzen und an den Tag des Sporenregens zurückdenken.«

»Aha«, entfuhr es Toni.

»Jedenfalls begann die Weihnachtszeit meistens schon im November und zog sich bis zum sechsundzwanzigsten Dezember«, erzählte sie und ihre Stimme zog mich in ihren Bann. »An einem dieser Abende saß man am Tisch zusammen, man aß gemeinsam und öffnete etwa danach die Geschenke oder am nächsten Morgen.« Mom seufzte, als würde sich diese friedliche Zeit gut vorstellen können.

»Geschenke?«, entfuhr es Toni. »Man hat sich etwas geschenkt?«

Mom nickte. »Ja, das war so üblich.«

»Wieso machen wir das nicht mehr?«, wollte ich wissen.

Sie sah uns ahnungslos an. »Ich weiß es nicht. Der Glaube ist nicht mehr so stark wie früher. Vielleicht deswegen.«

»Momy, wenn du mir ein Geschenk gemacht hättest, was wäre das gewesen?«, fragte Toni und drückte sich mit großen Kulleraugen an Mom.

»Eine gute Frage«, sagte sie und dachte ehrlich darüber nach. Schließlich fiel ihr etwas ein und sie schnippte mit Zeigefinger und Daumen. »Dass meine beiden Töchter immer gesund bleiben und ihren Weg finden.«

»Das ist doch kein Geschenk«, nörgelte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.

»Faith«, seufzte Mom. »Es ist nichts Materielles, sondern ein Wunsch von mir, bei dem ich hoffe, dass er in Erfüllung gehen wird.«

»Was haben die Kinder denn früher geschenkt bekommen?«, fragte Toni.

»Süßigkeiten, Spielsachen und viele andere Dinge«, antwortete Mom und zuckte dabei mit den Schultern. »Meistens waren es nur Gegenstände.«

»Dann hätte ich gerne bessere Noten in der Schule«, sagte Toni. »Kann man sich das auch wünschen?«

Ich lachte. »Nein, du Dummerchen. Das wäre Betrug.«

»Aber …« Toni schien verwirrt. »Darf man sich dann also nur bestimmte Sachen wünschen?«

Mom nickte. »Ja, Dinge, die auch möglich sind. Wünsch dir doch so etwas.«

Toni umarmte Mom und grinste breit. »Dann will ich ganz viel Gesundheit für Momy und Dad.«

Ich stemmte beleidigt einen Arm in die Hüfte. »Ach und für deine Schwester nicht?«

Toni lachte verspielt. »Nö. Für dich wünsche ich mir ganz viel schlechte Laune, weil du so ein Miesepeter bist, Faith.«

Ich sah sie zornig an. »Das nimmst du zurück!«, beschwerte ich mich.

Toni schrie dabei lachend auf, als sie merkte, dass ich mich aus der Decke schälte und mich auf sie stürzen wollte. Wir jagten uns im Wohnzimmer und Mom versuchte uns zu beruhigen, in dem sie uns die ganze Zeit befahl damit aufzuhören. Doch ich dachte gar nicht daran und jagte Toni weiter, die das Ganze ziemlich lustig zu finden schien.

Im selben Moment, in dem ich dann endlich meine Schwester zu fassen bekam, kam Dad mit neuem Holz hinein und war von der Unruhe im Raum überrascht. »Was ist denn hier los?« Sein Blick glitt zu den Wolldecken, die zum Teil auf dem Boden lagen. Mom saß als Einzige eingekuschelt auf dem Sofa.

»Ich habe den Kindern von damals erzählt und dann hat Toni Faith geärgert.«

»Momy!«, beschwerte sich Toni und versuchte sich aus meiner Umklammerung zu befreien. »Du bist eine Petze!«

»Siehst du, Mom ist auf meiner Seite«, gab ich siegreich von mir.

»Ich bin auf keiner Seite von irgendwem«, rechtfertigte sie sich gleich.

Dad schmiss das neue Holz ins Feuer und blickte zu uns. »Kommt, Kinder! Ihr werdet noch frieren. Die Nacht ist noch lang«, sagte er und wir kuschelten uns alle unter die Decke auf dem Sofa.

Irgendwann fragte ich in die Stille: »Woher weißt du das eigentlich alles, Mom?«

Sie wirkte ein wenig unsicher. »Tja, die Geschichten wurden von Generation zu Generation weitergegeben«, erklärte sie und machte dabei eine wegwerfende Handbewegung. »Ich meine, Bücher über die damalige Zeit vor dem Sporenregen gibt es ja nicht mehr.«

»Ja«, sagte ich und zog misstrauisch eine Augenbraue in die Höhe. »Richtig.«

Mom lächelte nervös und Dad verstand nicht, um was es gerade ging. »Habe ich etwas verpasst?«

Toni lachte. »Momy hat uns alles über das frühere Weihnachten erzählt.«

Dad warf Mom einen skeptischen Blick zu. »Ich verstehe.«

Meine Schwester warf ihre Arme in die Luft. »Aber das tollste Weihnachten feiern immer noch wir, oder?«

Mom strich Toni übers Haar. »Ja, schade, dass es nur an einem Tag im Jahr ist und es nicht schon im November beginnt, wie zu früheren Zeiten«, seufzte sie.

Dad zwinkerte ihr aufmunternd zu. »Wichtig ist doch Familie, dass diese Zeit miteinander verbringt.«

»Und Geschenke«, meinte Toni kichernd und wir lachten alle zusammen.

Weihnachten war zwar nur an einem einzigen Tag im Jahr, doch irgendwie freute ich mich jedes Mal auf die Heilige Nacht, denn in dieser fühlte sich das Leben unbeschwert und sorglos an.

Eine Stimme riss mich aus meinen Erinnerungen und Alec blickte mich skeptisch an. »Alles in Ordnung?«

Ich nickte beklommen und musste eine aufkommende Trauer unterdrücken, denn mir wurde augenblicklich klar, dass wir nie wieder zu Viert auf dem Sofa sitzen würden, um über Weihnachten zu sprechen. »Ja, der Schnee hat mich nur etwas überrascht.«

 

Findet ihr das auch so toll? Ich liebe das erste Buch von Faith. Ich lege es euch sehr ans Herz. Heute könnt ihr ein Goodie Paket gewinnen.

Kuscheltier und Kindle sind nur fürs Foto 🙂

Was ihr tun müsst?

Einfach die Frage bis zum 12.11.2018* hier oder auf Facebook als Kommentar beantworten.

Was hätte die Mutter ihren Kindern geschenkt?

Die Gewinner werden hier und auf Facebook am 14.11.18* bekannt gegeben und sollten sich innerhalb von 3 Tagen bei mir melden, ansonsten wird neu ausgelost.

Das Rechtliche:

  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich
  • Ich übernehme keine Haftung bei Postverlust – Ihr erklärt euch damit einverstanden, dass eure Daten eventuell an den Sponsor des Gewinnspiels weiter gegeben werden
  • Postanschrift in Deutschland haben (zählt nicht bei reinen EBook Gewinnspielen)
  • Seid 18 Jahre alt oder habt das Einverständnis eurer Eltern, das ihr eure Daten rausgeben dürft.

*Änderungen vorbehalten

 

5 Kommentare

  1. Das ihre beiden Töchter gesund bleiben und sie Ihren Weg gehen.
    Ich hoffe jettz dass das die richtige Antwort ist 😀

    Wünsche ein schönes Wochenende 😀

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