Vampirwaschbaers Wahnsinn

Die Eiskönigin 2

Conny war im Kino und hat „Die Eiskönigin 2“ schon vorab, auf Englisch, sehen dürfen. Nur noch eine Woche, ab dem 20.11.2019 können wir ihn alle im Kino sehen. Viel Spaß mit ihrer Review!

Filmplakat "Die Eiskönigin 2"

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Dankesrede, als „Die Eiskönigin“ 2014 den Oscar für den besten Song abräumte: „Happy Oscar to you, let’s do Frozen 2”. Der Schnippsel ist hängen geblieben, und ja, sechs Jahre nach dem ersten Teil beglückt uns Disney mit „Die Eiskönigin 2“. Anna und Elsa sind um ein paar Jahre älter geworden, scheinen gefestigter, ja geradezu erschreckend erwachsen. Doch die Ruhe, die in Arendelle eingekehrt ist, trügt. Eine alte Sage, die die beiden Schwestern von ihren Eltern kennen, entwickelt sich rasant zu einer neuen Bedrohung und Anna und Elsa brechen auf gen Norden, um herauszufinden, was sich im verwunschenen Wald verbirgt. (Anmerkung: Ich habe die englische Version gesehen, wenn ich aus dem Kopf etwas komisch übersetzt habe, sorry.)

„Die Eiskönigin 2“ ist, meiner Meinung nach, kein Kinderfilm, sondern richtet an ein erwachsenes Publikum. Der Film ist düster und ernst und komplett mit einem bedrückenden Herbst-Filter produziert worden. Zu Beginn erinnert das Setting und das Anknüpfen an die vorherige Handlung noch an das Bunte, Poppige, Fröhliche, das ich im ersten Teil so geliebt habe. Aber die Fröhlichkeit verschwindet schnell, sobald die eigentliche Haupthandlung einsetzt: Elsa wächst immer mehr in ihre Kräfte hinein und sie muss den Ursprung und die Bestimmung dieser herausfinden.

Tiefgründig, weise und voller Hoffnung

Der Film ist wirklich gut geschrieben, die Dialoge deuten an, dass Macher mit viel Lebenserfahrung daran gearbeitet haben, „Die Eiskönigin 2“ ist teilweise tiefgründig, weise und voller Hoffnung, dass man niemals aufgeben sollte, wie schwer es auch scheint. Selbst wenn die Comic Reliefs und Lacher nicht zu kurz kommen, so habe ich tatsächlich mehr Tränchen wegeblinzelt als bei Avangers: Endgame vor einem halben Jahr. Sechs Mal mehr. Das Thema des Erwachsenwerdens, vor allem erwachsene Entscheidungen zu treffen, und der Veränderungen im Leben umspannt „Die Eiskönigin 2“ allgegenwärtig und schließt somit sehr gut an den ersten Teil an. Anna und Elsa sind keine Teenager mehr, sie wissen zwar wer sie sind und dass sie immer einander haben, was sie aber nicht vor Herausforderungen und Rückschlägen schützt – aus denen beide zum Schluss verändert hervorgehen.

© 2019 Disney. All Rights Reserved.

Die Animationen sind der Wahnsinn, so viele kleine, liebevolle Details, so viele Sachen im Hintergrund und die Stofflichkeit und überhaupt Elsas magische Eiskräfte – es ist ein Fest für die Augen, „Die Eiskönigin 2“ ist hervorragend animiert. Selbst wenn mir Elsas Eis-Manifestationen ein wenig zu viel waren, so zeigten sie doch, wie viel besser sie diese mittlerweile beherrscht. Auch die vielen Einflüsse aus skandinavischen Sagen, mit einem Schuss isländischer Kultur und ein bisschen Hans Christian Anderson haben mir gut gefallen.

Wie war der Soundtrack?

Und abschließend zur Musik: „Die Eiskönigin 2“ wirkt noch mehr wie ein Musical als der erste, besonders die Songs scheinen wie für die Bühne in Szene gesetzt zu sein. Mir ist das wunderbar klingende Piano aufgefallen, das viele Songs begleitete, sowie die unglaublichen Sänger. Dass Idina Menzel („Show Yourself“) niemand das Wasser reichen kann, ist klar, aber Kristen Bell („The Next Right Thing“) und Jonathan Groff („Lost in the Woods“) haben noch einmal eine Schippe draufgelegt. Während man beim ersten Teil dank des up-tempo Beats immer gut mitsingen konnte, überschatten bei „Die Eiskönigin 2“ Zweifel, Unsicherheit und Verlust die Songs, sie sind weiterhin wahnsinnig gut gesungen, erzielen aber eine ganz andere Wirkung.

Persönlich ist mir Kristoffs Song am ehesten im Ohr geblieben, was aber auch daran liegen kann, dass er einer der rockigsten war und somit komplett herausstach.

© 2019 Disney. All Rights Reserved.

Fazit: „Die Eiskönigin 2“ ist kein Kinderfilm und dennoch werden vermutlich scharenweise kleine Jungs und Mädchen daran Gefallen finden. Allerdings macht dieser Film auch als Erwachsener viel Spaß und macht Mut und Hoffnung, dass man manchmal einfach nur das nächstbeste wagen muss, Schritt für Schritt, um – natürlich in Disney-Manier – über sich hinauszuwachsen.

Handlung: 7 / 10
Dialoge: 10/10
Animation: 10/10
Musik: 8/10

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